Greifswald. Baustellen gibt es auch im Projekt. Eine davon betrifft die automatische Texterkennung, denn die vielgelobte KI kann nicht wirklich lesen – und versteht daher auch das Seiten-Layout einer Zeitung nicht. Aber dafür gibt es ja uns: wir trainieren auch die KI.
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Ein lustiger Fund aus unseren Dokumenten: Es gab auch damals schon Reisende, die sich nicht mit einer Baustelle abfinden konnten oder wollten: Eine Sperre, wenn die neue Straße doch schon fertig ist? Das reizt doch sicher auch heute noch den ein oder anderen Fahrer, mal eben daran vorbeizufahren. So auch 1837 den Weinhändler Ahlers und einen weiteren Verdächtigen, den Kupferschmidt Rau …
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„In Sachen, betreffend die Anzeige wider den Rathskellermeister Ahlers, wegen gesetzwidrigen Fahrens auf der Chaussee, ist in dem heutigen Termin der Kupferschmidt Rau jun: ladungsmäßig erschienen. Es hat auf Befragen ausgesagt:
Ich reiste am 16 July d. J. gegen Abend nach Neu Strelitz, zu dem auf dem 17 ej.daselbst stattfindenden Jahrmarkte. Es war ziemlich spät, als ich, nach dem ich von Weisdin an noch auf dem alten Wege gefahren war, dicht vor Neustrelitz an die Chaussée kam. Ich fand, daß ein befahrner Weg auf die Chaussee führte, und da ich keinen anderen Weg sah, so verfolgte ich denselben, […]“
(LAMV, 4.12-3/13 Nr7, S. 20-21)
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Die Chaussee war aber doch noch gar nicht ganz so ohne weiteres befahrbar, wie sich in der Verhandlung herausstellte, denn er musste zunächst eine Barriere durchfahren und geriet zuletzt in einen handfesten Streit mit dem Chausseewärter. Etliche Zeugen wurden verhört um den Fall zu klären, manche mussten erst noch gefunden werden, da sie sich nach Stettin „abgesetzt“ hatten.
(Universitätsbibliothek Greifswald)






